Zwangsarbeit in Alfeld

Text: Klaus Schäfer

Mit Beginn des Krieges wurde auch in der Region Alfeld der Einsatz von ausländischen Zwangsarbeitern zum Alltag. Eines der ersten Zwangsarbeiterlager wurde 1940 von der Großtierhandlung Ruhe eingerichtet. Die Zwangsarbeiter wurden in den Stallgebäuden in der Kalandstraße untergebracht. Dieses Lager war für französische Kriegsgefangene bestimmt die aus dem Stammlager XI B Fallingbostel zum Arbeitseinsatz nach Alfeld kamen. Dieses Arbeitskommando 1206 wurde ab Oktober 1940 in verschiedenen Alfelder Firmen eingesetzt. Der französische Kriegsgefangene Raymon Pat war als Vertrauensmann für dieses Arbeitskommando eingesetzt.

1944 gab es im Kreis Alfeld 30 Arbeitskommandos des Stalag XI B mit mehr als 1100 Kriegsgefangenen. Das größte Lager in Alfeld war in der Hermann-Göring-Straße (heute Ziegelmasch). In den Holzbaracken in den Leinewiesen waren Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten untergebracht. Das Lager wurde von der „Lagergemeinschaft Alfeld GmbH“ betrieben. Die Belegstärke des Lagers erhöhte sich bis zum Ende des Krieges auf ca. 1000 Menschen.

Alfelder Zwangsarbeiterlager:  
Lagergemeinschaft Alfeld GmbH Ziegelmasch 1000
Heeresmunitionsanstalt im Kaliwerk Godenau 400
Heeresmunitionsanstalt Limmer ?
Alfa Baracke- Hannoversche Straße (Deiters) 250
Hohlborn – Göttingerstraße 57 356
Alfa-Werk – Föhrerstr. 250
Großtierhandlung Ruhe 200
Hotel Schleberg 216
Hotel zur Post - Leinestraße 128
Privatquartiere 90
Ernst C. Behrens – Pferdemasch 10
Hochhaus (C. Behrens) 150
Kreisbauernschaft am Bahnhof 30

Die Zahlen in der Tabelle stammen aus unterschiedlichen Quellen und beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume. Gegen Ende des Krieges dürften die Belegzahlen der Lager in der Regel wesentlich höher gewesen sein.