Die Deportation der Fredener Juden

Text: Thomas Butchereit

Mit einem LKW, der von einem Lamspringer Fahrer gesteuert wurde, wurden im März 1942 die letzten beiden noch in Freden lebenden Frauen Else Rosenbaum und Agnes Rosenthal abgeholt. In dem Lastwagen sollen schon einige andere Juden gesessen haben. Gendarmeriemeister Schramm hatte die beiden Frauen aus ihren Häusern geholt. Als ein Fredener Bürger den beiden verängstigten Frauen einen Schemel zum leichteren Besteigen des LKW`s reichte, wurde dieser von Schramm weggeschoben
Über Ihren Abtransport hatte man die beiden Frauen schon ein paar Tage zuvor informiert. So konnten sie sich von ihren Freunden und Bekannten verabschieden.
Am 10.04.1942 sandte der Alfelder Landrat folgenden Brief an den Gendarmeriemeister Schramm:
Betreff: Entstehende Reisekosten bei der Abschiebung der Juden.
„Die von Ihnen verauslagten Reisekosten, die Ihnen bei der Abschiebung der Juden entstanden sind, sind mir umgehend aufzugeben.“1)
Daraus geht hervor, dass Herr Schramm die beiden Frauen bis zu einem bestimmten Ort begleitet hat. Sehr weit wird er nicht entfernt gewesen sein. Am Nachmittag des selbigen Tages wurde er von einer Bürgerin aus Freden, die auch Nachbarin von Rosenbaums war, im Zug nach Freden getroffen. Im Gespräch erwähnte Herr Schramm, dass die beiden Frauen am Morgen abgeholt worden waren.
Der Weg von Agnes Rosenthal und Else Rosenbaum endete in Warschauer Ghetto bzw. in Ausschwitz.


Quelle:
Alt Freden Sammlung, Museum Freden (Ansprechpartner Rainer Gerking)
1) NHSAH, Akte Hann 174 Alf 44