Erfassung der Fredener Juden in den Jahren 1933 - 1938

Text: Thomas Butchereit

Am 16.06.1933 (1) wurde im Rahmen der Volks-, Berufs- und Betriebszählung erstmals die Zählung der Fredener Einwohner nach Juden und Christen getrennt durchgeführt.
In Freden sind 17 Personen jüdischen Glaubens vermerkt:
Sieben männliche und 10 weibliche.
Am 15. Januar 1936 (2) erbittet die Staatspolizei, die Einwohnerzahl der Kreise nach Juden und Christen getrennt festzustellen.
Folgende 12 jüdische Einwohner sind aufgeführt:
1) Franck, Moritz, Bankier
2) Levy, Selma, Haushälterin
3) Rosenthal, Alwina
4) Heilbrunn, Johanne
5) Rosenthal, Agnes, Frl.
6) Rosenthal, Franz, Kaufmann
7) Rosenthal, Wally, Ehefrau
8) Rosenbaum, Else
9) Goldschmidt, Berta
10) Goldschmidt, Heinz, Viehhändler
11) Goldschmidt, Jenny, Frl.
12) Goldschmidt, Henny-Sara
Am 16. Mai 1938 (3) richtet die Gestapo Hildesheim ein Schreiben an das Landratsamt Alfeld, in dem sie um Erstellung einer „Judenkartei“ bis zum 01. Juli 1938 bittet.
Am 13. Juni antwortet Gendarmeriemeister Schramm auf das Schreiben und sendet eine „Judenkartei“ an den Alfelder Landrat.
1) Franck, Moritz, Privatmann
2) Goldschmidt, Berta, geb. Rosenbaum, o. Beruf
3) Goldschmidt, Henny, geb. Seligmann, o. Beruf
4) Goldschmidt, Heinz, Wurstmacher
5) Heilbrunn, Johanne, o. Beruf
6) Levy, Selma, Hausdame
7) Rosenbaum, Else, geb. Heinemann, Geschäftsinhaberin
8) Rosenthal, Agnes, o. Beruf
Am 29. Juni 1938 ordnet das Landratsamt eine Umfrage bei den noch ansässigen Juden an, welche der jüdischen Einwohner beabsichtigen auswandern zu wollen.
Folgende Aufzeichnungen sind diesbezüglich vorzufinden:
1) Franck, Moritz nein, schwer zuckerkrank
2) Goldschmidt, Berta ja
3) Goldschmidt, Henny unbestimmt, da Rheuma
4) Goldschmidt, Heinz bereits nach Bulawayo ausgewandert
5) Heilbrunn, Johanne ./.
6) Levy, Selma nein, schwer herzleidend
7) Rosenbaum, Else ja, zuerst Hausverkauf, herzkrank
8) Rosenthal, Agnes ja, sobald wie möglich
Außerdem berichtete der Gendarmeriemeister:
• In Freden bestehen keine jüdischen Vereine oder Stiftungen
• Jüdische Mischlinge und Personen, die mit Juden verheiratet sind, wohnen nicht in seinem Amtsbereich.


Quelle:
Alt Freden Sammlung, Museum Freden (Ansprechpartner Rainer Gerking)
1) NHSAH, Akte Hann 174 Alf 20
2) Siehe 1
3) NHSAH, Akte Hann 174 Alf 44