Erfassung der Juden 1939/1940 durch die NSDAP

Text: Thomas Butchereit

Am 28.02.1939 erfolgte die zweite Zählung der Juden in Deutschland. Diese Zählung wurde nicht mehr von der Gestapo Hildesheim durchgeführt. Für diese Zählung wurde vom „Sicherheitsdienst des Reichsführers der SS, SD-Unterabschnitt Südhannover-Braunschweig“ durchgeführt.
Die Gestapo Hildesheim sandte am 21.12.1939 eine Anordnung an den Gendameriemeister Schramm in Freden, im Rahmen der „Neubildung der jüdischen Kulturvereinigung als Untergliederung der Reichsvereinigung der Juden“ die Synagogengemeinde Freden in den Vereinsregister eintragen zu lassen.
Moritz Franck erklärte im Zusammenhang damit, dass er bislang alleiniger Vorstand der Synagogengemeinde Groß-Freden e.V. ist. Entsprechend dem Gesetz vom 28.03.1938 hatte er schon den Verein in das Vereinsregister eintragen lassen. Diese Erklärung wurde von einem Alfelder Notar beglaubigt.
Der damaliger Fredener Bürgermeister K. berichtete am 23.08.1940 in einem Schreiben an den Landrat in Alfeld, dass er auf Grund der Verfügung vom 27.06.1940 das jüdische Personenstandsregister der Synagogengemeinde Groß-Freden am 30.07.1940 der „Reichsstelle für Sippenforschung“ in Berlin überreicht habe.


Quelle:
Alt Freden Sammlung, Museum Freden (Ansprechpartner Rainer Gerking)
1) NHSAH, Akte Hann 174 Alf 44