Nachwirkungen des Reichspogrom in Freden

Text: Thomas Butchereit

Ein Großteil der Fredener Bevölkerung nahm die Taten der Alfelder SA Männer mit Unverständnis und Abscheu auf. Es gab aber auch unter den Fredener Bürgern einige überzeugte Nationalsozialisten, die die Untaten rechtfertigten. Ein Beispiel hierfür war der damalige Lehrer Ludwig H., der in der Klein Fredener Grundschule unterrichtete. Er war vor 1933 mit einigen Fredener Juden befreundet und spielte mit ihnen regelmäßig Karten. Nach 1933 soll aus ihm rasch ein überzeugender Nationalsozialist geworden sein. Er soll selbst im Unterricht seinen Judenhass verbreitet haben. So hat er zum Beispiel den folgenden Spruch zum Wochenspruch ernannt „Wenn ihr einem Juden begegnet, so habt ihr das Recht, ihn anzuspucken“.
Am Morgen des 10.11.1938 führte er seine damalige Klasse zum Rosenbaumschen Haus und zeigte den Schülern die dortigen Verwüstungen. Zur Begründung nannte er die Tatsache, dass der Jude Grünspan den deutschen Botschafter in Paris erschossen habe.
In einer der Fredener Gaststätten fand am Abend des 10. November eine öffentliche Versammlung der NSDAP-Führung statt. Während dieser Sitzung soll ein Führungsmitglied der Fredener NSDAP gesagt haben: „Als heute Morgen die Fensterscheiben klirrten, hat wohl jedem das Herz im Leibe belacht“.


Quelle:
Alt Freden Sammlung, Museum Freden (Ansprechpartner Rainer Gerking)