Zerstörung der Hildesheimer Innenstadt

Philip Zander (Gymnasium Andreanum)


Hildesheim, auch „Das Nürnberg des Nordens“ genannt, war eine der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands.
Trotz alledem war Hildesheim mit einigen großen Rüstungsbetrieben sowie einem Verschie-bebahnhof ein strategisch wichtiger Punkt für die deutsche Industrie, dessen Zerstörung ein wichtiges Ziel der Alliierten war. Zunächst beschränkten sich die Angriffe im Jahr 1944 auf die kriegsrelevanten Strukturen.
Der erste größere Bombenangriff fand am 22. Februar 1945 statt. Aufgrund des Aufgabenschwerpunkts der „Operation Clarion“, der Zerstörung von Verkehrszentren kleinerer Deut-scher Städte durch die US Air Force, war der Bahnhof das Hauptziel.
Der Angriff begann um kurz nach halb zwei: etwa 15 Flugzeuge kreisten über dem Stadtgebiet. Nach drei Minuten waren alle Spreng- und Brandbomben gefallen und haben nicht nur den Bahnhof beschädigt, sondern auch noch weitere Straßenzüge verwüstet: Dies betraf den Neustädter Markt, die Wollenweberstraße, die Goschenstraße, sowie der Lambertiplatz.

Die „Area bombing directive“ war der Versuch, den Kampfwillen Deutschlands durch gezielte Bombenangriffe auf bewohntes Gebiet zu brechen. Etwa 240 bis 300 Flugzeuge waren am Bombardement beteiligt, welches am 22. März 1945 von 13:56 Uhr bis ca. 14:10 Uhr andauerte. Es gab um über 1000 Tote, die Meisten davon in der Innenstadt. Das Ausmaß der Zerstörung war gewaltig: nicht nur Fabriken, der Bahnhof und die Kasernen wurden endgültig vernichtet, auch das Zentrum wurde zerstört: „Nur die nordöstlichen und südlichen Ränder der Stadt sind ohne Schäden davongekommen. Im Herzen der Stadt (mit vielen Fachwerkhäusern) blieben wenige Gebäude erhalten. Großen Tribut mussten öffentliche Gebäude und Einrichtungen zollen.“
Die eigentlichen Schäden entstanden aber nicht nur durch die Sprengkraft der Bomben, sondern erst durch das Feuer, welches von den Brandbomben entfacht wurde. Die Sprengbomben deckten zunächst reihenweise Dächer ab, ließen Fenster splittern und legten somit brennbares Material in Form von Fachwerk-Dachstühlen, Mobiliar und ähnlichem frei. In Verbindung mit den danach abgeworfenen Brandbomben entstand der sogenannte „Feuer-sturm“.
Weit über 40% des Wohnraums waren zerstört oder nicht nutzbar. Hildesheim gehörte damit zu den am stärksten zerstörten Städten Niedersachsens.